22. April 2018

Falsche Vorstellungen

22. April 2018 0
Autor: Yoko Ogawa

Titel: Das Geheimnis der Eulerschen Formel

Verlag: Liebeskind

Preis: 18,90 €


Erst beim Lesen des Buches fiel mir auf, dass ich vorher noch nie ein Buch von einem japanischen Autor gelesen hatte. Und noch in anderen Dingen war das Buch nicht das, was ich erwartet hatte. Ich habe es mir irgendwann mal bei Tauschticket ertauscht und dachte es würde in die Kategorie Roman mit Wissenschaftsbezug fallen. Von der Autorin hatte ich vorher noch nie gehört und von dem Buch an sich auch nicht.
Als dann die Zeit gekommen war und ich mich entschied das Buch endlich auch mal zu lesen war ich - muss ich zugeben - etwas enttäuscht. In der Geschichte um die neunte Haushälterin eines ehemaligen Mathematikprofessors, dessen Gedächtnis nach einem Unfall nur 80 Minuten umfasst, und dem zehnjährigen Sohn der Haushälterin geht es im Grunde "nur" um Freundschaft, die sich auch unter schwierigen Konstellationen entwickeln kann.
Ab und an tauchen mal mathematische Begriffe oder leichte Formeln auf, aber die Transponierung der eulerschen Formel auf Freundschaft oder Zuneigung hat sich mir auch nach mehrmaligem Lesen der Stelle nicht erschlossen.
Beim Lesen habe ich mich nicht gequält, aber es wird wohl eher einen hinteren Platz in meinem Gedächtnis einnehmen.

17. April 2018

Alles bleibt beim Alten

17. April 2018 0
Autor: Sibylle Knauss

Titel: Eden

Verlag: Hoffmann und Campe

Preis: ca. 14,00 €

Es ist schon einige Jahre her, dass dieses Buch auf meiner Wunschliste landete und mir es am darauffolgenden Weihnachten geschenkt wurde. Neben den historischen Romanen sind Bücher über Naturforscher mein zweit liebstes Genre. Seien es Entdeckerberichte, Biographien oder Romane. Zu letzteren gehört "Eden".
Das Buch handelt zum einen von Mary und Louis Leakey, die in Afrika auf der Suche nach den Anfängen der Menschheit sind. Dabei geraten sie nicht nur in das Spannungsfeld der neuzeitlichen Wissenschaft, die geprägt ist von Finanzierungen und dem ständigen Wettlauf der Wissenschaftler untereinander, sondern auch ihre Ehe ist alles andere als einfach zu bewältigen.
In den anderen Kapiteln, die nicht von den Leakeys handeln lässt Sibylle Knauss durch verschiedene unserer Vorfahren deren Entstehungsgeschichte einzigartig lebendig werden. Ich war sehr angetan von ihrer Empathie sich in die Gedankenwelt eines Australopiticus hinein zu versetzen.
Durch verschiedene Naturereignisse wie Feuer, Dürren und Nahrungsknappheit ausgelöst beschreibt Sibylle Knauss die wichtigen Schritte der Urmenschen auf dem Weg zum Homo sapiens sapiens.
Diese Teile des Buches haben mir viel mehr gefallen, als die Abschnitte über die Leakeys. Deren Beziehung gleicht eher einer durchaus typischen Ehe in der Mitte des 20. Jahrhunderts. Eine "unvernünftige" Liebe, Heirat, gemeinsame Arbeit nebenher die Gründung einer Familie und die weiteren Jahre geprägt von immer weiter klaffenden Rissen innerhalb der Partnerschaft durch Untreue eines Partners. Am Ende ist man dann mehr durch die erlebte Zeit verbunden, als durch die Leidenschaft am Anfang der Beziehung.
Und irgendwo dazwischen gelingt es Sibylle Knauss die Probleme und Gefühlswelten der frühen Menschen mit denen von heute auf einzigartige Weise gleich zu setzen. So dass man das Gefühl bekommt so viel habe sich eigentlich gar nicht verändert in den letzten paar 10000 Jahren Evolution des Menschen.
Das Buch ist absolut empfehlenswert und auch lesbar, wenn man sich vorher nicht eingehend mit Anthropologie beschäftigt hat.


6. April 2018

Unverhofft kommt oft

6. April 2018 0
Bei Tauschticket habe ich ein Enid Blyton Buch gefunden, dass ich noch nicht kannte und bislang auch nicht bei meinen Recherchen aufgetaucht war.

Titel: Kinder macht die Augen auf. Zweiter Spaziergang

Original: My second nature book

Verlag: Erika Klopp Verlag

Erscheinungsjahr: 1958





Der Band enthält folgende Kurzgeschichten:
Der Fisch, der ein Nest baute
Das Lämmchen, das keine Mutter hatte
Die Pusteblume
Der fremde Vogel
Hübsche Hüte zu verkaufen
Unten bei den Weiden
Muuuuh!
Der häßliche Schlammkriecher
Kuddelmuddels Irrtum
Vogelkinder gehen zur Schule
Der hilfreiche Marienkäfer
Der Zauber, der nicht gelang

Interessant dabei ist die Kurzgeschichte "Kuddelmuddels Irrtum". Es gibt drei Einzelbände aus wohl den 80ern, in denen Kuddelmuddel Geschichten erschienen sind. Ob diese Kurzgeschichte dort nochmal abgedruckt ist kann ich nicht sagen, da ich die Einzelbände nicht besitze und noch nicht gesehen habe.

Danke an B. aus W. für dieses tolle Exemplar!

11. März 2018

Das Schlechteste kommt zum Schluss

11. März 2018 0
Autor: Nicolas Remin

Titel: Requiem am Rialto

Verlag: Kindler

Preis: 9,99 €

Nun habe ich alle Roman über Commissario Tron von Nicolas Remin gelesen, zwar nicht chronologisch, sondern wild durcheinander. So fing ich mit dem letzten Band an, dann kam Band 4, darauf folgten chronologischer 1, 2, und die 3. Nun beende ich die Reihe mit Band 5, der mir leider am wenigstens gefallen hat.
An den Bänden vorher hat mir immer der klassische Krimistil von Remin, die er in ein historisches Szenario versetzte, gefallen. Im fünften Band ist das Szenario zwar das gleiche, allerdings ist der Fall, mit dem sich Commissario Tron hier befassen muss einer, der sehr an die Morde von Jack the Ripper erinnert.
Ein früh auch selbst zu Wort kommender Mörder (oder Irrer?) schiltzt blonde grün-äugige Frauen auf und entnimmt ihnen die Leber. Bis kurz vor Ende des Buches tauchen zwar verschiedene Verdächtige auf, aber wirklich hilfreiche Hinweise zur Lösung des Falles findet Tron nicht. Man begleitet zwar den Mörder bei seinen Taten, weiss aber als Leser nicht, um wen es sich handelt. Ich hatte schon sehr früh eine Vermutung, die sich dann aber letzt endlich nicht bestätigte. Die Auflösung, wer am Ende der Mörder war fand ich nicht sehr befriedigend, da diese Person vorher nur auf etwa zwei Seiten im Buch auftrat.
Insgesamt geht dieser Band mehr in die Richtung Thrillergedöns mit Psychoanhauch. Beides sind einfach nicht meine Genres. Leser, die gerne diese Genres an Krimis lesen kommen hier garantiert auf ihre Kosten. Für meinen Geschmack war es leider nichts.
Trotzdem empfehle ich die sechs-bändige Reihe um Commissario Tron sehr!

3. September 2017

Mein Frühling mit Jane Eyre - Teil 2

3. September 2017 0
Autor: Charlotte Bronte

Titel: Jane Eyre

Verlag: dtv

Preis: 9,90 €

Nachdem ich "Die dreizehnte Geschichte" gelesen hatte, wollte ich wissen was es mit den ganzen Erwähnungen des Buches Jane Eyre genau auf sich hat. So lieh ich mir von meinen Eltern das Buch von Charlotte Bronte, das ich bis dato noch nicht gelesen hatte und auch sonst war mir die Geschichte unbekannt.
Von den Bronte Schwestern hatte ich generell noch nichts gelesen, aber einige Jane Austen Bücher und sehr gerne Theodor Fontane.
Ich wusste, dass es als einer DER Liebesromane seiner Zeit gehandelt wird. Im Endeffekt ist aber das eingetreten, was ich nach der dreizehnten Geschichte schon fast vermutet hatte, mir gefällt Jane Eyre nicht sonderlich.
Den Stil von Charlotte Bronte mag ich, ihre Figuren, die sie entwirft allerdings nicht. Vor allem kann ich es - wie so oft bei von anderen Damen angehimmelten "Traumtypen" - nicht verstehen, warum Jane Eyre sich so an Mr. Rochester klammert, der mir eher als fragwürdiger nicht sehr aufrichtiger Herr erschien. Mein Eindruck von ihm bildete sich wohl vor allem durch die Beziehung zu seiner ersten Ehefrau. Aus heutiger Sicht wissen wir, dass eine psychische Erkrankung fast zu jeder Zeit ausbrechen kann, die Wahrscheinlichkeit mag höher sein mit einer genetischen Vordisposition, aber schon zu Jane Eyres Zeiten gab es andere Möglichkeiten für Angehörige, als die Erkrankte auf dem Dachboden anzuketten und vor aller Welt tot zu schweigen. Das tut man weder mit einem geliebten Menschen, noch ist es nachvollziehbar, wenn man davon ausgehen mag, dass Mr. Rochester seine Frau lieber los werden wollte. Es gab Nervenheilanstalten, die nicht nur wie Bedlem waren, selbst wenn er sich dafür entschieden hätte sich ihrer zu entledigen hätte das moralisch fast keinen Unterschied zu dem gemacht, wofür er sich Schluss endlich entschieden hat.
Neben dieser ganzen Geschichte um wirbt er Jane, die in ihrer Sittsamkeit und ihrer Normalität, charakterlich wie äußerlich, das genaue Gegenteil seiner eigentlichen Frau darstellt. Jane begegnet in Mr. Rochester das erste Mal einem Mann, der um sie wirbt und verfällt ihm praktisch sofort, so kann sie meiner Meinung nach auch nicht rationell Entscheiden, als St. John sie bittet mit nach Asien zu gehen. Wie so oft war mir der eigentliche Konterpart zum umschwärmten Traummann sympathischer.
Schon alleine die Tatsache, dass St. John RIVERS auch noch angeblich von einem alten Adelsgeschlecht abstammen soll macht ihn so spannend. Also nicht das Adelsprädikat, sondern einfach die Familie, an die ich bei dem Namen sofort denken musste und der Philippa Gregory in ihrer letzten Romanreihe ein so wundervolles Denkmal gesetzt hat. Seit diesen Büchern bin ich ein Rivers Fan und da kommt auch kein Mr. Rochester gegen an. Zumal zu bedenken ist, das Jane Eyre eigentlich auch Teil dieser Familie ist, nachdem die Verwandschaft mit St. John entdeckt wird.
Einige muckieren sich über den Riesenzufall, dass Jane Eyre genau vor der Tür ihrer Verwandten zusammen bricht, allerdings wird der Kenner der Familie Rivers davon nicht überrascht sein, da es zu der Zeit auch regnet. Nachdem die Verwandschaft entdeckt wurde, war die Szene für mich total logisch, wenn man bedenkt das den weiblichen Mitgliedern der Familie Rivers seit Jacquetta von Luxemburg mystische Zauberkräfte zu geschrieben werden, die auf die Wassergöttin Melusine zurück gehen sollen. Diese Ideen fand ich an dem ganzen Roman am spannendsten, und nicht, ob Jane am Ende doch noch mit Mr. Rochester glücklich wird.
Für mich brachte der Roman eigentlich nur zum Ausdruck, dass eine Frau ohne Ecken und Kanten die größeren Chancen hat mit ihrem vermeintlichen Traummann glücklich zu werden, als die Frau, die durch Krankheit geschlagen nicht fähig ist ihre gesellschaftliche Verpflichtung als Ehefrau der damaligen Zeit wahr zu nehmen.
In den Büchern von Jane Austen, die ich kenne gibt es solche Frauentypen nicht als "Heldin". Bei Fontane, den ich vor allem wegen seines Stils gerne lese gibt es zwar nicht so smarte Frauen wie bei Jane Austen, aber seine Heldinnen sind nach den erlittenen Schicksalsschlägen in ihren Liebesleben rationaler und für mich dadurch realer.
Man könnte jetzt meinen, dass ich mit zwei eher etwas enttäuschenden Büchern genug von dem Thema Jane Eyre hatte, aber alle guten Dinge sind drei. So lieh mir mein Vater nachdem ich Jane Eyre zurück gebracht hatte ein weiteres Buch moderner Literatur, dass sich auf Jane Eyre bezieht, aber dazu mehr in Teil 3.
 
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