17. April 2014

Meine Jugend mit Adrian Mole

17. April 2014 0
Irgendwann im besten Teeniealter las ich von Sue Townsend Die Tagebücher des Adrian Mole 13 3/4 Jahre aus dem elterlichen Bücherregal. Mein Vater gab es mir mit dem Hinweis auf eine recht unterhaltsame Literatur von einer englischen Schriftstellerin, nachdem Enid Blyton mich bereits seit meiner Kindheit begleitete. Als ich das erste Buch zu Ende gelesen hatte folgten in kurzem Abstand die restlichen Townsend-Bücher, die das Bücherregal meiner Eltern her gab.
Da waren noch Die Queen und Ich und die Fortsetzung von Teil 1 Die Cappuccino-Jahre. Dann dauerte es ein paar Jahre, bis auf dem deutschen Markt der vierte Teil der "Mole-Saga" erschien Adrian Mole und die Achse des Bösen. Den dritten Teil habe ich anscheinend verpasst. Da werde ich nun aber mal schauen, wo ich den noch auftreiben kann, damit ich ihn zu meiner Sammlung hinzufügen kann.
Kurz nachdem ich den vierten Teil beendet hatte bekam ich die Gelegenheit eine Rezension zu dem damals neuesten Buch von Sue Townsend auf dem deutschen Markt zu schreiben und so habe ich Queen Camilla verschlungen. Die Story ist wirklich toll und eigentlich eine Fortsetzung von "Die Queen und Ich".

Durch Recherchen im Internet fand ich dann heraus, dass es einen weiteren Roman in deutscher Übersetzung gab, in dem der Premierminister als Frau verkleidet durch England reist. Eine wirklich herrlich abgedrehte Geschichte! So war es nicht verwunderlich, dass an meinem nächsten Geburtstag der Roman unter meinen Geschenken war.
Über eine Tauschbörse im Netz konnte ich dann sogar an die Sammlung von Kolumnen, die unter dem Titel Krieg der Schnecken erschienen sind, gelangen. Es war zwar nicht mit dem gleichen Witz geschrieben, den ich bislang von Sue Townsend gewöhnt war, aber man hat einiges über die Autorin selbst erfahren, daher war es für mich durchaus spannend.
Das alles lag nun bereits einige Jahre zurück, als ich letzte Woche an der echten tollen Wühlkiste an Mängelexemplaren bei meinem Supermarkt vorbei kam, aus der ich insgesamt drei Bücher mitnahm. Eins davon war der sechste Teil der Adrian Mole Saga Die schweren Jahre nach 39. Ich freue mich schon sehr auf die Lektüre und wenn ich dann noch den dritten und den fünften Teil bekommen kann ist meine Sammlung an Mole-Büchern endlich komplett!

25. Februar 2014

Zerrissen zwischen Vergangenheit und Zukunft

25. Februar 2014 0
Autor: Cristin Terrill

Titel: Zeitsplitter. Die Jägerin

Verlag: Boje Verlag

Preis: 14,99 €

Vorschau: Teaser Video


Marina ist sechzehn Jahre alt und wohnt in dem besten Viertel von Washington D.C. Seit langem ist sie in den Nachbarsjungen James verliebt. Wie bei fast jedem Teenager drehen sich ihr Hauptgedanken um die Liebe und die Beliebtheit in der Schule. Doch schon bald wird ihr Leben, wie sie es kennt aus den Fugen gerissen. Auf den älteren Bruder von James, einen Kongressabgeordneten, wird ein Attentat verübt und kurz darauf entkommt auch James nur knapp dem Tod. Zusammen mit James besten Freund Finn versuchen die drei den Tätern auf die Spur zu kommen, was sie aber nicht wissen, Versionen von Marina und Finn, die durch die Zeit zurück gereist sind versuchen James zu töten, um so die grauenhafte Zukunft, wie sie sie kennen zu verhindern.

Die Geschichte wird dabei von der Zerrissenheit Em's, der Marina aus der Zukunft, bestimmt, die immer zwischen der Liebe zu James und der Liebe zu sich selbst hin und her schwankt. Sie kann sich nicht wirklich dazu durch ringen James zu erschießen, obwohl sie mehr als einmal die Gelegenheit dazu bekommt.
Der Plot ist wirklich spannend gestaltet und zieht den Leser ganz in seinen Bann. Immer wieder kamen für mich überraschende Wendungen, die die Geschichte befeuern und zu etwas Besonderem machen.

Besonders gut haben mir die Einblendungen in Form von "Zeitreisekrankheiten" gefallen, an denen Finn und Marina leiden. Dadurch bekommt man wertvolle Hintergrundinformationen. Generell finde ich wurde das Thema Zeitreisen sehr gut behandelt, auch wenn das Buch vor allem die negativen Seiten daran hervor kehrt.
Ein wirklich gutes Jugendbuch, was durch seinen feinen Sinn für Psychologie besticht.

Vielen Dank an den Bastei Lübbe Verlag für das Rezensionsexemplar!

26. Dezember 2013

Was ihr wollt

26. Dezember 2013 0
Titel: Vom anderen Ende der Welt

Autor: Liv Winterberg

Verlag: dtv premium

Preis: 14,90 €

Die junge Mary Linley musste gerade den Tod ihres Vaters, eines bekannten Arztes und Botanikers, verkraften, als ihre Tante, bei der sie nun lebt, beschließt sie als bald zu verheiraten. Doch Mary hat andere Träume. Ihr Vater hat ihr auf seinen Exkursionen alles beigebracht, was er wusste und so will nun auch sie auf Reisen die Welt entdecken. Doch als Frau im England des 18. Jahrhunderts ist das unmöglich, so reift in ihr der Plan sich als junger Mann zu verkleiden und so in die Dienste des Botanikers Carl Belham zu treten, der bald mit einem Forschungsschiff zu einer Weltumsegelung aufbricht. Mary kann als Marc Middelton unbemerkt an Bord gelangen und bleibt sehr lange unentdeckt. Dabei lernt sie nicht nur andere Länder kennen, sondern sie muss sich auch an die anderen Sitten an Bord eines Schiffes gewöhnen, ohne dabei entlarvt zu werden. Hinzu kommt, dass sie sich immer mehr zu Carl hingezogen fühlt.
Als das Schiff  Tahiti erreicht sind es die Inselbewohner, die ihre Verkleidung sofort durchschauen und somit fliegt ihre Tarnung auf. Die übliche Strafe dafür ist die Peitsche, aber wird Mary ihren Traum vollenden können?

Das Buch beruht auf der wahren Geschichte der französischen Botanikerin Jeanne Baret, die zur selben Zeit, wie Mary, an Bord eines Segelschiffes geht, um an einer Expedition teil zu nehmen. Im Nachwort erwähnt die Autorin, dass Jeanne Baret kaum bekannt ist und ihre außergewöhnliche Lebensgeschichte fast in Vergessenheit geraten ist. Dem muss ich leider zustimmen, denn vor dem Buch hatte ich noch nichts von dieser Dame gehört. Spontan hat mich die Geschichte zunächst an Shakespeares Stücke "Was ihr wollt" erinnert. Ähnlich wie Viola verkleidet sich Mary als Mann, um zu überleben und trifft in ihrer Maskerade auf ihre große Liebe und kann sich nicht als Frau zu erkennen geben. Vielleicht hat das Stück damals auch Jeanne Baret zu ihrer mutigen Tat inspiriert?

Neben dieser spannenden Geschichte hat mich vor allem die Thematik eines Forschungsromans aus der Sicht einer weiblichen Protagonistin gelockt. Ich lese sehr gerne alte Reiseberichte oder Romane und Biographien über Entdecker, aber zu 99% sind diese männlich. Leider hat mich nun das Buch in diesem Punkt etwas enttäuscht. Es legt weniger Gewicht auf die Reise und die Entdeckungen, wie Landschaften, Flora und Fauna, als mehr auf die menschlichen Probleme zwischen Mary und der anderen Besatzung der Sailing Queen. Der Hauptteil des Buches spielt sich an Bord des Schiffes ab und beschreibt die verschiedenen Stationen der Reise, in denen es Mary mal mehr mal weniger schwer fällt unentdeckt zu bleiben.
Trotzdem geht die Geschichte spannend und eingänglich dahin, so dass keine Langeweile entsteht.Auch wenn ich mir einen weniger emotionalen Zugang zu dieser erstaunlichen Biographie von Jeanne Baret gewünscht hätte, so war es doch ein wirklich großes Lesevergnügen.

28. November 2013

Wintermuffins mit Apfel und Zimt

28. November 2013 0




Mein erster christlicher Roman

Autor: Iris Muhl

Titel: Drei Sommer wie ein Winter

Verlag: SCM Hänsler

Preis: 14,99 €

Jimmy lebt mit seinen Eltern und seinem jüngeren Bruder in Südafrika, wo der Vater Besitzer einer Autofabrik ist. Als sie abends auf dem Heimweg sind haben sie einen schweren Wildunfall, bei dem der Vater stirbt. Nach seinem Tod beschließt die Mutter mit ihren Söhnen zu ihrer Schwester Mildred nach London zu ziehen, da sie kaum noch finanzielle Mittel besitzt.
In London angekommen müssen sich die beiden Jungen in der neuen Welt erstmal zu Recht finden. Gleichzeitig beschäftigt Jimmy der Tod seines Vaters stark. Ein wenig Ablenkung erfährt er, als er den Jungen Benjamin auf der Straße findet und ihn zur Heilsarmee bringt, bei der er seinen neuen väterlichen Freund Boyle kennen lernt. Dort sieht er auch zum ersten Mal seine große Liebe Monica. Während Jimmy wieder in die Schule geht und sogar vorzeitig das College besuchen darf keimt eine zarte Liebe zwischen Jimmy und Monica auf, die allerdings nicht nur von dem nahenden Krieg, sondern auch von der Eifersucht von Monicas Mutter bedroht wird, als diese erfährt, dass Monicas Stiefvater Monica missbraucht. Monica kommt auf ein katholisches Mädcheninternat und ihr wird jeglicher Kontakt zu Männern untersagt, jedoch wissen von dieser Absprache weder Monica noch Jimmy etwas, so dass sich beide wundern, weshalb all ihre Briefe unbeantwortet bleiben. Schließlich meldet sich auch Jimmy als Freiwilliger und kommt an die Front. Hier erlebt er die Schrecken des Krieges und muss aber immer noch an Monica denken. Werden sie sich wieder sehen?

Ich hatte mich besonders für dieses Buch interessiert, weil ich gespannt war, was ich mir unter einem christlichen Roman vor zu stellen habe. Zudem hat mir die Geschichte auch gut gefallen, vor allem, da sie auf wahren Begebenheiten beruht. Die christlichen Aspekte sind leicht in die Geschichte eingearbeitet und drängen sich dem Leser nicht unangenehm auf. Nach dem Tod seines Vaters zweifelt Jimmy stark in seinem Glauben, aber kann sich Schluss endlich doch damit arrangieren.
Besonders gut haben mir die Charaktere gefallen. Keiner davon wirkt überzogen oder unglaubwürdig in seinem Handeln und Denken. Zum Beispiel ist wird Jimmys Mutter mit der Zeit immer abhängiger von Medikamenten und schließlich auch von Heroin. Auch sie hat Schwierigkeiten sich in ihren neuen Leben in London zurecht zu finden. Doch mit Hilfe einer neuen Arbeitsstelle bei der Heilsarmee und ihrer erst so ruppig erscheinenden Schwester Mildred schafft sie den Entzug und kann so ein vollkommen neues Leben beginnen. Vor allem Mildreds Entwicklung in der Geschichte hat mich berührt. Anfangs erscheint sie so kühl und hart, doch in dem man immer mehr über ihren Kampf an der Seite von Emily Pankhurst erfährt änderte sich meine Einstellung zu ihr.
Die einzigen negativen Aspekte des Buches waren für mich die etwas farblosen Darstellungen der Kriegsepisode. Es muss wahrlich nicht immer nur Blut und Gedärme regnen, aber ich hätte mir gewünscht, dass der Schrecken und die emotionale Verfassung der Soldaten ein wenig eindringlicher beschrieben worden wäre. Daneben kam das Ende des Buches für mich sehr abrupt. Monica verlobt sich, Jimmy kommt ohne Probleme von der Front wieder nach London, als er davon erfährt und alle Missverständnisse klären sich auf. Aber was nun aus den beiden wird bleibt offen. Durch die Leserunde konnte man aber erfahren, das ein zweiter Teil in Planung ist, in dem sich dieser Cliffhanger dann hoffentlich löst.
Insgesamt hat mir das Buch gut gefallen. Es ist eine Liebesgeschichte mit der nötigen Spannung und sehr gut angelegten Charakteren.

 
Zeitensand. Design by Pocket