28. Mai 2017

Umzug und weniger Bücherregale

28. Mai 2017 0
Vor kurzem sind mein Mann und ich in eine neue Wohnung gezogen. Insgesamt war das nun der vierte Umzug mitsamt meinen Büchern für mich. Ein paar meiner Lieblingsmenschen freuen sich jedesmal sehr darüber mir bei einem Umzug zu helfen, da Sie meine Bücher kennen und anfangs war ich nicht besonders rücksichtsvoll im Packen der Kisten. Mittlerweile bin ich aber besser geworden. Dieses Mal gab es keine einzige von mir gepackte Kiste, die ich nicht auch selber hätte tragen können.
Die Ausgangssituation umfasste 4 60er Billy Regale, 1 60er Billy, das nur zur Hälfte mit Büchern befüllt war und 1 80er Billy. Ursprünglich wollten wir - neben anderen Gründen - uns eine neue Wohnung suchen, weil wir mehr nutzbaren Raum brauchten. Das alte Wohnzimmer besaß viel Lauffläche, die aber schwer für irgendwas zu nutzen war, die Küche und das Arbeitszimmer waren sehr klein und wir wollten gerne eine Abstellkammer haben. Man weiß erst wie toll so eine Abstellkammer ist, wenn man keine hat und direkt vom Bett immer auf den Staubsauger schauen muss.
Die neue Wohnung, hat zwei Quadratmeter mehr, eine Abstellkammer, eine größere Küche und ein größeres Arbeitszimmer. Was ich allerdings unterschätzt hatte ist das kleinere Wohnzimmer. Dort standen nämlich in der alten Wohnung fast alle meine Bücherregale. In der neuen passen nun nur noch 2 60er und 1 80er ins Wohnzimmer. Das halbe Regal aus dem Arbeitszimmer kann ich weiterhin benutzen. Aber dieses Platzproblem stellte mich wirklich vor eine Herausforderung.
Ich wollte meine Bücher auch nach Sinn einordnen und nicht nur einfach so nach ihrer Größe.

Im Endeffekt habe ich mich nun auf diese Prämissen geeinigt:

1. Bereits vor dem Umzug habe ich meine Bücher etwas ausgemistet. Das heißt Bücher, die ich gelesen hatte, die ich aber nicht so gut fand, dass sie auf jeden Fall in meine Sammlung aufgenommen werden sollten, die ich aber bisher nicht weitergegeben hatte, da ich genug Platz hatte, wanderten in die Tausch-Kiste.

2. Zunächst sortierte ich die Bücher ein die a) Romane und b) auf jeden Fall in meiner Sammlung bleiben sollten. Fachbücher kamen, wenn sie keine Kataloge sind und wenn sie zu meinem Hausfach gehören erstmal ins Arbeitszimmer. Andere Fachbücher prüfte ich auf ihren Nutzen für mich und so wanderten einige Kochbücher in die Tausch-Kiste.

3. Bücher, die Romane sind, die ich noch nicht gelesen habe, bei denen ich mir aber auch nicht sicher bin, dass sie, weil sie z.B. von einem bestimmten Autor sind, bei mir bleiben werden, nachdem ich sie gelesen habe stehen nun ganz oben auf meinem SuB.
Diese Bücher werde ich nun versuchen zu erst "abzuarbeiten", denn dabei werden sicher ein paar dabei sein, die es nicht endgültig in mein Bücherregal schaffen werden. Somit gewinne ich Platz für Neuerscheinungen von Reihen oder geliebten Autoren.

Nachdem ich diesen Kriterien gefolgt bin habe ich doch tatsächlich alle meine Bücher, die das Ausmisten überstanden hatte, in diese 3 1/2 Regale bekommen. Das verwundert mich immer wieder noch von Zeit zu Zeit. Wobei ich auch einräumen muss, dass nun alle Regale bis auf den fast letzten Platz voll sind.
Einen guten Effekt hat der Umzug aber dann doch: In den Regalen im Wohnzimmer stehen fast nur Bücher, die ich wirklich toll finde, abgesehen von den SuB Büchern.

19. Januar 2017

Augen zu und durch

19. Januar 2017 0
Autor: Donna Douglas

Titel: Die Nightingale Schwestern. Geheimnisse des Herzens

Band: 2

Verlag: Bastei Lübbe

Preis: 9,99 €

Nachdem ich bereits ein großer Fan der BBC Serie Call the Midwife bin, stolperte ich freudig über diese Reihe, die in England große Erfolge feiert. Bei den Nightingale Schwestern geht es um Schwesternschülerinnen Mitte der 1930er Jahre am berühmten Lehrkrankenhaus Nightingale in London.
Hauptsächlich werden dabei die Geschichten von drei Schülerinnen erzählt. Dora Doyle stammt aus der Unterschicht und sie wuchs im Londoner East End auf. Damit bildet sie eine Ausnahme am Nightingale, da die Ausbildung zur Krankenschwester überlicherweise Mädchen aus der gehobenen Mittelschicht vorbehalten war. Anfangs glauben die wenigsten an ihren Erfolg, doch mit Disziplin und harter Arbeit gelingt ihr in Band 1 der Abschluss des ersten Jahres.
Eine ihrer Zimmergenossinen ist Helen Tremayne. Sie ist ein Jahr über Dora und die vorbildliche Schülerin. Dabei dominiert ihre Mutter, die als ehemalige Krankenschwester im Aufsichtsrat des Krankenhauses sitzt, jeden von Helens Schritten. Als Helen im Band 1 Charlie begegnet stellt sie sich zum ersten Mal gegen ihre Mutter. Der Konflikt zwischen den beiden bleibt auch in Band 2 bestehen.
Die dritte im Bunde ist Amelia Benedict, auch Millie genannt. Sie ist eine ähnliche Ausnahme wie Dora, nur dass sie als Tochter eines Grafen am anderen Ende der Gesellschaft steht und es im Grunde nicht nötig hätte Krankenschwester zu werden. Millie möchte aber in ihrem Leben etwas leisten und hat sich deswegen für diesen Beruf entschieden. Ihre Großtante kann diese Entscheidung nicht verstehen, für sie ist es am wichtigsten, dass Millie gut heiratet und einen männlichen Erben auf die Welt bringt, damit der Familienbesitz in Kent nicht an einen entfernten Cousin fällt. So lebensfroh wie Millie ist verwundert es schon fast, dass sie am Ende von Band 1 den Heiratsantrag ihres guten Freundes Sebastian annimmt.
Im zweiten Band geht es, wie der Titel schon verrät, hauptsächlich um Gefühle der handelnden Personen und eher weniger um die Ausbildung zur Krankenschwester. Das fand ich etwas schade, da mir im ersten Band gerade die Mischung zwischen Emotionsroman und historischem Roman über Krankenschwestern im London der 30er Jahre sehr gefallen hat. Hinzu kommt die Geschichte um Violet Tanner, die neue Nachtschwester, die mit den Schwesterschülerinnen eigentlich so gut wie keine Szene gemeinsam hat, außer als sie Millie vor einer Strafe durch eine andere Stationsschwester bewahrt. Ansonsten ist dieser "Nebenschauplatz" sehr präsent in Teil 2. Violet Tanner bringt verschiedene Geheimnisse mit. Als sich diese dann lüften war ich nicht sehr überrascht, man konnte es schon erahnen, um was es sich handeln könnte. Auch die Auflösung verlief eher unspannend ab, da hätte ich mir etwas mehr Spannung und unerwartete Wendungen gewünscht.
Das Gleiche gilt für die Geschichten um Millie und Dora. Alles sehr absehbar und langatmig. Helen taucht kaum auf in Band 2.
Ich hatte das Gefühl es war ein Füllband, den man als Leser hinter sich bringen muss, um mit dem nächsten Band dann wieder mehr in eine spannendere Geschichte einsteigen zu können. Soviel sei verraten, der Anfang von Band 3 birgt bereits auf den ersten 100 Seiten mehr Wendungen und Substanz als der komplette Band 2 es tat.

29. Juni 2014

Shortcuts

29. Juni 2014 0
Autor: Gisela Tubes

Titel: Süßes von Waldbäumen und Wildsträuchern

Verlag: Quelle & Meyer

Preis: 16,95 €

Als Diplom-Landschaftsökologin kennt sich die Autorin in diesem Fachgebiet sehr gut aus und liefert neben den Rezepten auch Tipps zur Ernte, Fundorten und Lagerung der Walderzeugnisse. Die Rezepte gefallen mir auf Anhieb und ich werde auch welche davon mal ausprobieren.

Autor: Erin Hunter

Titel: Warrior Cats. In die Wildnis

Verlag: Gulliver

Preis: 8,95 €

Den ersten Band der Reihe habe ich in Null Komma Nichts verschlungen. Mittlerweile habe ich mir noch weitere Bände zugelegt und bin total in die Welt der Warrior Cats abgetaucht. Eine leichte Lektüre, die man einfach genießen kann.
Autor: Sue Townsend

Titel: Die verschollenen Tagebücher des Adrian Mole

Preis: 8,95 €

Nun habe ich auch den fünften Teil der Adrian-Mole-Tagebücher gelesen und muss sagen, dass ich es als eins der schwächeren empfunden habe. Es ist relativ dünn, aber umfasst fast zwei Jahre und auch die Anspielung, dass eine Frau namens Sue Townsend seine Tagebücher gestohlen hätte fand ich nicht wirklich witzig.

24. April 2014

Wie Vanille-Pudding mit Himbeersirup

24. April 2014 0
Titel:  Bei uns zu Haus

Autor: Ilse Gräfin von Bredow

Verlag: Fischer Scherz

Preis: 16,99 €

Die Autorin führt den Leser zurück an den Ort ihrer Kindheit, das elterliche Forstgut in der Mark Brandenburg. Mit ihr zusammen durchlebt man noch einmal Passagen ihrer Kindheit, die vor allem von der Natur und den wechselnden Jahreszeiten bestimmt wurde.
Jeder Charakter wird dabei so warmherzig dem Leser näher gebracht, dass man sich am Ende schon fast als Teil der Familie Bredow fühlen kann. Vor allem hat mich überrascht, dass neben einigen wertvollen Erbstücken, die an Festtagen herausgeholt werden - wie die Familienkelche - man sonst nicht den Eindruck von einer weltfremden aristokratischen Familie bekommt. Es wird genauso eingeweckt, gehauswirtschaftet und gespart, wie es auch in anderen Familien war. Höchstens noch an dem etwas umfangreicheren Viehbestand könnte man den doch fürstlichen Hintergrund erkennen. Unter den Geschwistern geht es genauso zu, seien es die beneideten Fähigkeiten der größeren Geschwister oder auch der Zusammenhalt der ganzen Familie.
Besonders in zwei kleinen Abschnitten fühlte ich mich der Autorin näher als gedacht, obwohl unsere Kindheiten über 60 Jahre auseinander liegen, aber genau wie sie kann ich mich an den wohligen Genuss des warmen Vanillepuddings mit Himbeersirup erinnern oder an das selbe Kinderlied, welches gesungen wurde, wenn man sich verletzt hatte. Mit diesen Ähnlichkeiten hätte ich vor Beginn des Buches gar nicht gerechnet und so wird es doch immer einen Platz in meiner Erinnerung behalten und was will ein Autor schließlich mehr?
Das Buch ist jedem zu empfehlen, der auf der Suche nach einer kurzweiligen Lektüre für die bevorstehenden Sonnentage auf dem Balkon oder der Terrasse ist.

Ich danke dem Scherz Verlag für das Renzensionsexemplar.

19. April 2014

Ich mache mir die Welt, wie sie mir gefällt

19. April 2014 0
Autor: Hilary Mantel

Titel: Wölfe

Verlag: Dumont

Preis: 12,99 €

Thomas Cromwell ist die rechte Hand von Kardinal Wolsey und erlebt seinen Sturz während der Scheidung von Henry VIII. und Katharina von Aragon. Dabei verliert er sein Ziel aber nicht aus den Augen und arbeitet sich zum ersten Berater des Königs hoch, so dass er England nach seinen Vorstellungen formen kann. Unterstützt wird er dabei von den vielen Angehörigen seines Haushalts, Kindern, Verwandten und Mündeln, die ihm treu ergeben sind.

Anfangs hatte ich ein paar Schwierigkeiten in das Buch hinein zu kommen, denn der Schreibstil war anders, als in den historischen Romanen, die ich bis jetzt gelesen hatte. Häufig musste ich einige Abschnitte nochmal lesen, da ich nicht wusste, wer gerade eigentlich was gesagt hatte. Manchmal standen die wörtlichen Reden auch nicht in Anführungszeichen. Aber nach circa 200 Seiten hatte ich mich daran gewöhnt und konnte das Buch gar nicht mehr aus den Händen legen.

Besonders gefallen hat mir der männliche Hauptcharakter aus der Feder einer weiblichen Autorin, was auch nicht allzu üblich ist bei dem Genre der historischen Romanen. Dadurch wurde die Geschichte sehr spannend, aber weder zu brutal noch zu "Chick-Lit"-mäßig. Ein wirklich tolles Buch, dass ich jedem ans Herz legen kann, der auch Bücher wie "Ich, Henry VIII." von Margaret Geroge mag.


 
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